Querdenker oder Schlafschaf?

Es nervt nur noch, man kann es nicht mehr hören - und trotzdem beschäftigen wir uns jeden Tag mit Corona, den Maßnahmen und den neusten Schlagzeilen.

Klar, es ist ja noch mitten unter uns. Das Virus, das unser Leben völlig verändert hat und Politiker zu unseren Erziehern gemacht hat. Es ist ein kleiner Trost zu wissen, dass weltweit so ziemlich die gleichen Veränderungen stattgefunden haben. Überall ist der Mundschutz zum notwendigen Accessoire geworden, hinter dem man seine herunterhängenden Mundwinkel verstecken kann, leider aber auch kein Lächeln mehr sieht.


Dieses Thema spaltet unsere Gesellschaft immer mehr, inzwischen hat man das Gefühl nur noch von Extremen umgeben zu sein. Beim Einkaufen pöbelt der Maskenträger mit dem, der keinen Mundschutz trägt oder der Maskengegner verhöhnt denjenigen, der sich zum obrigkeitshörigen Depp hat machen lassen. Wir sind manchmal keine Menschen mehr, weder Mann noch Frau... nein, wir sind Systemlinge oder Covidioten, Schlafschafe oder Querdenker. Ein Dazwischen gibt es nicht mehr, vor allem in den sozialen Medien nicht.

Wieso fällt es vielen so schwer ein Infektionsschutzgesetz, das in Zeiten einer weltweiten Pandemie greift, ernst zu nehmen und die daraus folgenden Maßnahmen zu akzeptieren? Lassen wir uns sonst in diesem Land nicht gerne durch unsere Gesetze leiten und schützen? Gerade wenn sie für uns Recht sprechen, zu Annehmlichkeiten verhelfen, wenn sie uns besser stellen oder bei Alltagsproblemen unterstützen?

Ein Infektionsschutzgesetz ist nicht angenehm, weil es fordert und Maßnahmen aufzwingt. Bei Einhaltung gibt es keinen persönlichen Erfolg, kein finanzielles Leckerli und keinen Zeitungsartikel über außergewöhnliche erbrachte Leistungen.
Man befolgt es und bekommt dafür nichts. Damit scheinen viele Menschen in unserem Rechtsstaat ein Problem zu haben. Man opfert sich auf, schränkt sich ein, verändert seinen Lebensstil für nichts, auf das man mit Stolz am Ende blicken kann. Sieht sich sogar seiner Grundrechte beraubt, weil man das ja nicht freiwillig macht. Weil es unsere Regierung zu mehr Macht verhilft uns zu dirigieren und zu gängeln.

Es ist schon schwer in einer Gesellschaft, die es gewohnt ist Gesetze anzuerkennen, wenn sie zum eigenen Vorteil sind. Eine Gesellschaft die massenhaft Anträge ausfüllt, um alles das zu bekommen, was die Gesetze hergeben. Für Corona hat niemand einen Antrag gestellt, niemand wollte das und trotzdem werden wir von einem Gesetz beherrscht? Nicht alle Maßnahmen ergeben einen Sinn, es fehlt vielen verständlicherweise die Verhältnismäßigkeit zu den Verboten.
 
Da müssen wir aber durch, denn dieses Infektionsschutzgesetz hat das wichtigste Grundgesetz für uns alle im Auge: Das Recht auf Leben und die körperliche Unversehrtheit.

Wer dieses Recht verloren hat, kann mit allen anderen Grundgesetzen nichts mehr anfangen!