Umgang mit Mitarbeiter bei einem bekannten Discounter.
Annette aus Pforzheim schreibt:
Ich arbeite seit 15 Jahren bei einem Discounter, der seinen Hauptsitz in Hürth-Efferen hat. Es fing vor ca. 7 Jahren an, als ich aus gesundheitlichen Gründen keine Überstunden mehr machen konnte. Ich bin schwerbehindert. Einige Zeit danach wurde unsere Filiale geschlossen und mir wurde gekündigt. Es gäbe keine Stelle mehr für mich. Das Integrationsamt stimmte zu. Eine Woche später war eine Annonce in der Zeitung: Verkäuferin gesucht! Da ich sofort das Integrationsamt informierte, musste man mich wieder einstellen. Ich kam in eine entfernte Filiale. Man setzte mich nur noch als Kassiererin ein. Ich war froh meine Stelle wieder zu haben. Ich bestand auf die Erstattung meiner Fahrtkosten. Man wollte mir per Handschlag 80 Euro geben, mir standen aber 180 Euro zu. Der Bezirksleiter versuchte alles mir das Leben schwer zu machen. Nach einiger Zeit hatte er endlich einen Grund. Eine Kundin hatte sich beschwert. Er machte mich verbal so fertig, dass ich mich für 3 Monate in einepsychosomatische Klinik begeben musste. Als ich stabil war, versetzte man mich wieder in eine andere Filiale. Dort bekamen die Kolleginnen und der Chef den Auftrag mich heraus zu mobben. Eine Kollegin teilte mir das telefonisch mit. Ich habe nachgefragt und die Kolleginnen bestätigten das. Nach einem Jahren fand mein Arbeitgeber den nächsten Grund. Ein Kunde schenkte mir einen Glücks-Cent, was in unserer Branche üblich ist. Man gibt ihn bei Bedarf an den nächsten Kunden weiter. Diesen hatte ich in meine Jackentasche gesteckt. Dabei wurde ich gefilmt.
Nun begann wieder das gleiche Spiel. Man versuchte mich in einem Gespräch mit(5 Leute von der Firmenleitung und ich) unter Druck zu setzen, damit ich meine eigene Kündigung unterschreiben sollte. Selbst die Behindertenvertretung vom Betriebsrat versuchte mich zu überreden zu unterschreiben. Das habe ich nicht gemacht. Zu diesem Gespräch brachte man auch eine Matratze mit. Die Situation war aber so belastend, dass ich mich wieder für 6 Monate in eine Klinik begeben musste. Nachdem ich genesen war, wurde ich wieder in eine andere Filiale versetzt. Übrigens, alles gegen meinen Willen und mit Genehmigung des Betriebsrates. In der Filiale fing wieder alles von vorne an. Ich wurde gemieden, da ich auf meine Rechte bestand. Zwischenzeitlich habe ich aber die Stärke gehabt und bin in ver.di eingetreten. Hier habe ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin erfahren welche Rechte ich als Arbeitnehmer habe. Ich fing an diese durch zu setzen. Nun hatte ich es noch schwerer. Ich habe ein Arbeitsgerichtsverfahren wegen richtiger Eingruppierung geführt und erstinstanzlich gewonnen. Nach ca. einem Jahr in der Filiale waren die Mitarbeiter auch auf meiner Seite. Das passte der Leitung nicht und man versetzte mich Ende 2009 wieder. Gegen meinen Willen und mit Zustimmung des Betriebsrates.
Der Betriebsrat hat mir nie geholfen. Wenn ich ihn um Hilfe gebeten hatte, rührte er sich nicht. Er sagte auch offen, dass er mich in dem Betrieb nicht haben wollte. Er hat mir verboten bei einer Betriebsversammlung eine Rede zu halten. Weiter setzt er alles daran, dass ich mich nicht als Betriebsrat aufstellen lassen kann. In der neuen Filiale das gleiche Spiel. Einige meiden mich. Nach sechs Jahren nur Kasse musste ich wieder Ware auspacken. Das war die Reaktion auf das gewonnene Gerichtsverfahren. Mittlerweile hat die Firmenleitung gemerkt, dass ich auf „normalem“ Weg die Firma nicht verlassen werde. Seit drei Monaten hat man das Instrument der Abmahnung gefunden. Ich habe bereits die zweite erhalten. Meiner Meinung nach ungerechtfertigt. Man hat mir zu verstehen gegeben, dass man mir so lange das Leben schwer machen wird, bis ich den nächsten Fehler mache. Und dann ...
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Dezember2009 RafaelaH. aus B. schreibt zum Thema Mobbing:
Auch ich wurde gemobbt -- das hatte zur Folge, dass ich nun psychisch ziemlichangeschlagen bin.
Kurze Story:
Angefangen hat das, als ich in meinem vor-vorletzten Betrieb eingestellt wurde.Der damalige Vorgesetzte war echt in Ordnung unddas Arbeiten machte mir Spass. Irgendwann teilte mir der Vorgesetzte mit, dasser leider zum Ende Juni 2007 das Unternehmen verlassen wird. Von der Firmawurde dann einneuer Vorgesetzter eingestellt, der mir von Anfang an nicht geheuer war. Diesbestätigte sich dann auch mit der Zeit - er hat ständigalles bemängelt, was ich getan habe (obwohl ich - meiner Ansicht nach - nichtsverkehrtes gemacht habe) -- wie dem auch sei -- es ging alles soweit, bis ichirgendwann von meiner Seite aus den Betriebsrat einschaltete -- da ich jdedochin einem befristetenArbeitsverhältnis war, hatte der neue Vorgesetzte leichtes Spiel undverlängerte einfach meinen Vertrag nicht. Die Frau, die dann als meineNachfolgerin eingestellt wurde, ist übrigens eine sehr gute Bekannte des neuenVorgesetzten. Sie ist im gleichen Sportverein, in dem ER Abteilungsleiter ist.
Im Anschluß habe ich zwar direkt eine neue Anstellung gefunden, aber ich hatteein absolutes Blackout und musste mich notgedrungenermaßen von der neuenAnstellung lösen - danach ging alles bergab.
Nun bin ich im Begriff, meine Kräfte wieder zurückzuerlangen.________________________________________________________________________________
November2009
Bettina M. aus K. schreibt zum Thema Mobbing.
Leider schon 2 Mal sehr schlechte Erfahrungen gemacht - meine AGs waren insolvent. Der erste hat esgegenüber der Belegschaft sehr lange verheimlicht undmit sehr fantasievollen Ausreden begründet, warum das Gehalt immer erstzwischen 4. und 16ten!!!! des Monats aufs Konto kam. Beim zweiten AG entdeckte ich aufgrund meiner Tätigkeit selbst die Insolvenz -sogar eine betrügerische Insolvenz, welche ich bei derStaatsanwaltschaft zur Anzeige brachte. Ärgerlich bei der Sache:Staatsanwaltschaft und Krankenkassen schliefen (wegenSchließung), ich gewann alle Prozesse - habe Titel, aber immer noch ein Defizitvon 5 Monatsgehältern!!! Bei einer alleinerziehenden Mutter brauch ich nichterklären, was das für Löcher reißt...._________________________________________________________________________________
November2009 FrauXYZ aus dem Badischen schreibt zum Thema Mobbing:
In einem angesehenen Unternehmen der Region wurde ich in eine Abteilungeingestellt, in welcher vorwiegend Frauen bereits seit 10-15 Jahren imGroßraumbüro zusammen arbeiteten.
Als neue, motivierte Mitarbeiterin wurde ich natürlich neugierig beobachtet undhatte bald den ersten Minuspunkt: ich bin Raucherin. In den Pausen blieb meine Tasse als einzige auf dem Tablett stehen, dieKolleginnen saßen zusammen in den Pausen und mieden mich, bei derWeihnachtsfeier redete kaum jemand mit mir. Arbeit wurde mir vorenthalten bzw.habe keine Rechnungen zum Buchen gehabt.
Ich ging zweimal außerhalb der regulären Pausen eine Zigarette rauchen, auf dem Weg zur Postverteilung. Meine Arbeitblieb aber deswegen nicht liegen. Aber sie nahmen es mir übel. Ich hatte sechs Monate Probezeit und nach fünf Monaten das kam das Aus.
Zum Ende meiner Arbeitszeit wurden sogar heimliche Besprechungen über michabgehalten. Es herrschte Schweigen sobald ich den Raum betrat. Aufgrund einerProblematik mit einem Amt, war ich gezwungen Telefonate während der Arbeitszeitführen zu dürfen, da meine Arbeitszeit die Amtsöffnungszeiten überschritt. Aufmeine Frage hin, ob ich diese Telefonate vom Betrieb aus führen dürfe, wurdedies erlaubt, mit Hinweis "wenn es nicht andauernd wäre".
Die Begründung meiner Kündigung war: Ich hätte zuviel geraucht und zuvieltelefoniert. Die Krönung war, dass sie schlecht geleistete Arbeit unterstellten. Ich war ehrlich im Bezug auf das Zigaretten rauchen und habeauch gesagt, wie viele Telefonate ich geführt habe, nur eine schlechteArbeitsleistung ließ ich mir nicht unterstellen. Ich sollte dann auch sofort in die Abteilung zurück und ohne groß"Krawall" zu machen, gehen. Freistellung bis zum Eintritt derKündigung.
Am nächsten Tag rief mich der Betriebsrat an und fragte nach. Ich erzählte ihmdie Vorkommnisse und er meinte, dass dies noch nie ein Kündigungsgrund indiesem Unternehmen gewesen sei. Die Kündigung wurde mir persönlich von einerKollegin aus dem Personalwesen überbracht.Aufgrunddes miserablen Zeugnisses ging ich zum Anwalt. Ich bat das Unternehmen meinZeugnis doch wohlwollend zu formulieren. Die Nachbesserung ging danneinigermaßen. Monate später traf ich eine alte Kollegin aus dieser Firma und sie erzählte,dass die Kolleginnen niemand von extern dulden und alles dafür taten, damit ichgekündigt wurde. Auch habe ich erfahren, dass Mobbing in diesem Unternehmenschon häufiger vorkam. Jene, die nicht in der Probezeit gekündigt wurden, sind entweder strafversetztoder zur eigenhändigen Kündigung genötigt worden.
Ich habe bis heute, noch fünf Jahre danach, physisch darunter zu leiden. Eineweitere Anstellung in einem Büro seither auch nicht mehr gefunden. DaBürokauffrau mein zweiter Beruf ist, habe ich keine langjährige Berufserfahrungund wie erklärt man eine Kündigung in der Probezeit bei einemVorstellungsgespräch, ohne weitere Nachteile zu erlangen?